March 25
GeschichteGESCHICHTE
Die Freiwillige Feuerwehr Drösiedl wurde im Jahre 1905, vor allen auf Initiative des Pächters des Gutes Drösiedl, Herrn Julius Waldmann, gegründet. Waldmann war dann auch bis 1907 der erste Hauptmann der Feuerwehr. Auch in den spätern Jahren haben sich die Pächter bzw. Eigentümer des Gutes stets große Verdienste um die Feuerwehr erworben.
Den ersten Einsatz hatte die Feuerwehr bereits am 3. August 1905, nach einer Brandstiftung, zu bestehen. 1922 konnte die Feuerwehr unter Kommandant Matthias Rabl eine von der Gutspächtersgattin , Frau Heidinger, gestiftete Fahne weihen. Unter Kommandant Heinrich Wolf nahm die Feuerwehr 1929 erstmals an einem Sanitätskurs in Waidhofen an der Thaya teil, im selben Jahr konnte auch ein Mannschaftswagen angekauft werden. 1932 nahmen Feuerwehrmänner aus Drösiedl an einem Feuerwehrkurs in Waidhofen teil. Die erste Motorspritze, eine 10-PS-Rosenbauer-Spritze samt Wagen, konnte die Feuerwehr 1933 um 3223,- Schilling anschaffen. Diese Spritze stand noch bis 1961 in Verwendung. Ebenfalls 1933 wurde das noch heute bestehende Feuerwehrhaus erbaut.
Erster Nachkriegskommandant der Feuerwehr war von 1946-1947 Ludwig Weißensteiner, ihm folgte bis 1948 Alois Amon, den Josef Wolf ablöste. In seiner 21 – jährigen Amtszeit konnte Wolf unter anderem 1962 eine RVW 75 und einen Brantneranhänger anschaffen. 1971 und 1972 führte Robert Rabl die Feuerwehr, ihm folgte bis 1974 Erich Weiß. Wie andere Feuerwehren auch, hatte sich die Feuerwehr Drösiedl im Laufe der Jahre nicht nur bei Brandeinsätzen zu bewähren. Ein besonderer Einsatz war die Mithilfe bei er Schloßrenovierung für die 700-Jahr-Feier für Schloß und Ort Drösiedl im Jahre 1983.
Kommando 1981: BI Manfred Wolf, OFM Franz Schuecker, VM Erich Weiß;
Quelle: Das große NÖ – Feuerwehrbuch Ausgabe Nord
Dorfchronik von Drösiedl
Drösiedl ist warscheindlich slawischen Ursprungs. Drösiedl liegt vermutlich der Personenname “Dresedil” zugrunde. Die germanophile Deutung von Drösiedl als “Drei – Siedlung” ist inzwischen unhaltbar geworden. Es bestanden ehemals auch zwei Gasthäuser, deren letzteres 1940 geschlossen wurde. Auch ein Schloß steht in Drösiedl.
CHRONIK
1283: verkauft Nikolaus von “Drezzedeles”, Dienstmann des Stephan von Maissau, ein halbes Lehen von “Celderndorf” an das Stift Altenburg. Hier liegt die Erstnennung des Drösiedler Geschlechts – und damit auch des Ortsnamens vor.
1356: kauft Peter der Dressidler das Dorf “Puech” (Puch, nähe Waidhofen/Thaya) ganz und gar um 230 Pfund Wiener Münze und gründet dort eine jüngere Linie der Dressidler.
1363: belehnte Wernhart von Maissau den “Weczel den Dressidler” mit Gütern in Sieghartsles.
1369: gibt Herzog Albrecht III. von Österreich einige Lehen in Drösiedl “Niclasen dem Drösiedler” (Nikolaus v. Drösiedl) als Widmung einer Kapelle, welche dieser im Schloß stiften und bauen will.
1388: verkauft Peter der Dressidler seinem Vetter Georg das Dorf Puch.1402: Die Ritter Rudolf und Ludwig von Tyrna geben Drösiedl um 1000 Pfund Pfennig dem Georg von Dressidl wieder zurück.
1427: stirbt Georg von Dressidl. Seine einzige Tochter Barbara war mit Johann von Hofkirchen auf Kollmitz vermählt, wodurch Drösiedl, Tröbings, Aigen und Liebenberg an die Hofkirchen fielen.
1584: wird als Zugehör zur Herrschaft Drösiedl angeführt: Die Pfarre Aigen, Filialkirche “Ludweiß”, Trausmüll, Sulzmül, ein öder Burgstall in Liebenberg etc. Auch ein Brauhaus in Drösiedl wird erwähnt.
1586: bestimmt Wilhelm von Hofkirchen in seinem Testament, daß die Herrschaft Drösiedl den Pfarrer von Aigen, wo die Hofkirchen ihr Begräbnis haben, den Unterhalt reichen sollte.
1589: kauft Johann Adam Freiherr von Hofkirchen auf Drösiedl die Sulzmühle. Zeugen sind u.a. zwei Bürger aus Seebs.
1591: Johann Adam von Hofkirchen ist mit dem Mordfall gegen seinen Verwanten Niklas v. Puchheim auf Raabs verwickelt, muß “vom Land und Volk entweichen”, sein Gut Drösiedl wird vom Landesfürst eingezogen.1596: konnte Wolfgang der II. von Hofkirchen (Bruder Johann Adams) Drösiedl durch kauf an sich bringen.
1612: Schloß und Herrschaft Drösiedl werden wegen Steuerschulden der Hofkirchen exekutiert.
1620: Das Dorf wird von kaiserlichen Soldaten abgebrannt.
1622: belehnt Kaiser Ferdinand der II. Frau Elisabeth Strein mit Drösiedl
1627: ließ Frau Strein in Drösiedl noch immer lutherisch predigen.
1631: stirbt die Schloßbesitzerin. In der Herrschaft Drösiedl wurde kein Vieh gehalten, dadurch litten auch die Felder.
1634: erwirbt Christoph von Echtzell, röm. Kais. Obristleutnand, das Gut Drösiedl und wird damit von Kaiser Ferdinand II. belehnt.
1647: stirbt Echtzell und wird in Aigen begraben. Sein Grabstein ist erhalten geblieben.
1673: baute Christian Haffner im Schloß eine Kapelle in Form des hl. Grabes in Jerusalem. Bereits vorher ließ er das im30jährigen Krieg ganz zerstörte Dorf wieder aufbauen, und gründete ein Spital für Kranke, Alte und Arbeitsunfähige.
1690: erbt David Ernst Haffner, Sohn des Christian und der Maharetha, Drösiedl.
1692: kauft das Stift Altenburg das Gut Drösiedl.
1694: verkauft das Stift Altenburg das bisher zur Herrschaft gehörende Dorf Puch.
1729: ist Simon Hallman Jäger und Förster in Drösiedl – der erste namentlich bekannte.
1759: wohnten in Drösiedl 136 Personen.
1768: war Johann Aufschläger Braumeister in Drösiedl.
1822: es bestehen in Drösiedl 25 Häuser
1840: 158 Einwohner
1841: gibt es 87 Schulkinder und 23 Gewerbetreibende in Ludweis, Drösiedl und Radessen.1844: Das Stift Altenburg kauft Ludweis und Drösiedl 5 Pumpen-Löschspritzen.
1853: Drösiedl hat 147 Einwohner
1880: 246 Einwohner
1905: wird in Drösiedl die Freiwillige Feuerwehr gegründet
1911: hat Drösiedl 236 Einwohner
1916: Die Glocken werden abgenommen und für Kriegszwecke eingezogen.
1920: feierliches Begräbnis des Gutspächters von Drösiedl, Herrn Rudolf Ritter von Haidinger.
1944: fallen 5 Bomben zwischen “Bacherwaldl” und “Birihölzl”.
1945: Einmarsch russischer Truppen am 9. Mai.
1948: Glockenweihe in Drösiedl1950: Versuchsweiser Anbau von Tabak
1966: Gemeindezusammenlegung Drösiedl-Ludweis
1969: Fertigstellung der Asphaltierungsarbeiten auf der Straße Drösiedl-Ludweis
1972: Bischof Dr. Franz Zak firmt 28 Jugendliche.
1983: Schloß Drösiedl ist 700 Jahre.
1992: Bau eines Veranstaltungsraumes (Pfarrstadl) in Ludweis.
1996: Weihe des neuen Feuerwehrhauses in Drösiedl.
Sehenswürdigkeiten:
Schloß: Längsförmiger Dreiecksanker; Mächtiger, dreigeschossiger Vierkanter, bezeichnet “1616″ von tiefen Graben und
Zinnenmauer umgeben. Außenfenster in Renaissancerahmung, Wände des Innenhofes in anmutige Arkaden mit Stuckgratgewölbe aufelöst. Mehrere Räume mit ornamentierten Deckbändern im der typischen Art um 1600.
Schloßkapelle: Im Deckenspiegel befinden sich polychrome Schlußsteine. Altar mit barocker Predella, Antependium mit guten Ölbildern (hl.Laurenz, Maria, Georg) auf Leinwand. Als Altarbild großovales Gemälde (hl. Benedikt, Scholastika) in überaus prächtigem Akanthusrahmen, um 1700. Bemerkenswertes Altarkreuz, mehrere schöne Leuchter, Barocker Seitenaltar mit “Schwarzer Madonna”. Zwei kleine vorzügliche Statuen hl. Laurenz und Georg. Ölbild hl. Ägydius. Altes Vortragekreuz. In der kleinen Sakristei großes Kruzifix.
Ehrenbürger
| Pater Hieronymus Bitter |
| Bezirkshauptmann Alexander von Bosizio |
| Bundeskanzler Dr. Engelbert Dollfuß |
| Außenminister Ing. Leopold Figl |
| Bezirkshauptmann Dr. Arthur Hochstetter |
| Bundeskanzler Ing. Julius Raab |
| Franz Scherling |
Besitzer des Gutes:
1283 – 1395 Geschlecht der Dressidler
1395 – 1402 Ritter von Tyrna
1427 – 1612 Freiherrn von Hofkirchen
1612 – 1631 Elisabeth Strein von Schwarzenau, geb. Hofkirchen
1634 – 1647 Christoph von Echtzell, Oberstleutnant
1651 – 1692 Freiherrn von Haffner
1692 – 1939 Benediktinerstift Altenburg
1939 – 1945 Dr. Ing. Georg Hardt
1945 – 1948 Franz Josef Hardt
1948 – 1962 Dr. Mag. Charlotte Hardt
1962 – 1996 Irmgard Hardt
1996 - 1999 Reinhard Hütter
1999 - Werner Zlabinger





